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Sandgrube Plesching

Eine ehemalige Sandgrube ist ein Hotspot für Wildbienen.

Entwicklungsziel

Zum Schutz einer artenreichen Wildbienenfauna sollen vegetationsfreie Stellen in sonniger Lage und magere Wiesen gefördert werden.

Kurzbeschreibung der Fläche

Mühlviertel, Bezirk Urfahr Umgebung, Gemeinde Steyregg, 8,2 ha, Eigentum der Stiftung für Natur, betreut seit 2015

Diese ehemalige Sandgrube, in der bis in die 1950er Jahre Linzer Sande abgebaut wurden, ist jetzt ein Naturschutzgebiet. Im Zentralbereich befindet sich ein großer Bereich mit offenen Sandflächen sowie schütter bewachsenen Stellen. Eine senkrechte, südexponierte Lößwand befindet sich im Nordteil des Gebietes. Diese ist teils von Bäumen beschattet und teilweise stark sonnenexponiert. Diese offenen Bereiche sind von Wald umgeben. Hier dominieren verschiedene Laubbäume wie Rotbuche (Fagus sylvatica) und Weiden (Salix spp.). Daneben gibt es aber auch Arten, die hier nicht natürlich vorkommen wie Lärche (Larix decidua) und Fichte (Picea abies). Da der Wald in der Vergangenheit nicht genutzt wurde, kommt hier auch Totholz vor.

Schutz und Management

Zur Förderung von Wildbienen wurde Anfang 2015 auf einer größeren Fläche im Zentralbereich die oberste Bodenschicht abgetragen, damit offener Boden, vor allem Sand, zutage tritt. Diese Stellen sind wichtige Nistplätze für Wildbienen. Dafür musste auch ein Teil des Waldes gerodet werden. Ein Teil der Gehölze, die die senkrechte Lößwand beschatten, wurde ebenfalls entfernt. Auf der Freifläche befindet sich eine kleinere Magerwiese, die jährlich gemäht wird, um sie als solche zu erhalten. Hier finden Wildbienen und andere Insekten Blüten zur Nahrungsaufnahme. Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und andere eingeschleppte Arten überwuchern rasch die offenen Stellen, weshalb diese immer wieder ausgerissen werden. Dabei helfen regelmäßig Freiwillige mit. Standortfremde Gehölze im Waldteil sollen entfernt werden.
Da die Sandgrube für ihr Vorkommen fossiler Haifischzähne bekannt ist, graben hier häufig Leute den Boden auf der Suche nach diesen Resten aus der Urzeit um. Dadurch schaffen sie einerseits offene Bodenstellen, aber vernichten auch Wildbienenester, wenn die Grabungen an sonnigen Stellen durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen mussten leider kleine Bereiche der ehemaligen Sandgrube gesperrt werden und dürfen nicht mehr betreten werden.

Schutzgüter

Die Sandgrube Plesching dient vorrangig dem Schutz seltener und bedrohter Wildbienenarten. Aktuell konnten etwa 100 Arten nachgewiesen werden. Vor allem solche Bienenarten, die offenen Sandboden, senkrechte Lößwände oder auch besonntes Totholz als Nistplatz brauchen, sollen hier gefördert werden. Die in Oberösterreich seltene Geriefte Steilwand-Sandbiene (Lasioglossum limbellum) nistet in großer Anzahl in der Lößwand. Sie benötigt Steilflächen zur Anlage der Nester. Eine weitere seltene Art ist die Polierte Sandbiene (Andrena polita), die auf kahlen oder wenig bewachsenen und oft sandigen Stellen nistet. Beim Blütenbesuch ist die Art auf Korbblütler, speziell auf Cichorienartige, spezialisiert. Aufgrund der jetzt wieder relativ großen vegetationsfreien Flächen hat sich die Sechsbinden-Furchenbiene (Halictus sexcinctus) stark vermehrt. Weitere Spezialisten, wie die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und Sandlaufkäfer (Cicindela spp.), profitieren ebenfalls von den kahlen Bereichen. Auf Magerstandorten lebt in der Pleschinger Sandgrube der Feldgrashüpfer (Chorthippus apricarius), der in den Tieflagen schon sehr selten ist. Das Totholz dient zudem zahlreichen Käferarten wie dem Dunklen Holzklafterbock (Xylotrechus rusticus) als Lebensraum.

News

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