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Rote Auen

Umringt von dichten Fichtenforsten befinden sich im nordöstlichen Mühlviertel in der Gemeinde Weitersfelden Reste eines einst großflächigen Moores. Erst durch den Idealismus und Einsatz des Naturschutzbundes in Zusammenarbeit mit der Abteilung Naturschutz des Landes befinden sich die Torfmoose wieder im Wachstum.

Entwicklungsziel

Das Ziel in den Roten Auen ist der Erhalt der noch hinreichend intakten Restmoorfläche im Osten des Naturschutzgebietes und die Sanierung der beeinträchtigen Bereiche. Auf lange Sicht wird eine Ausweitung der Gesamtmoorfläche erhofft sowie die Wiederherstellung oder Entwicklung der Randbereiche in einen naturnahen Moorrandwald.

Kurzbeschreibung der Fläche

Mühlviertel, Bezirk Freistadt, Gemeinde Weitersfelden, 10 ha, Eigentum der Stiftung für Natur des Naturschutzbundes Oberösterreich, betreut seit 1995

Einst waren Moore in Mitteleuropa ein weit verbreiteter Lebensraum, heute sind ungestörte Hochmoore eine Rarität. Selbst mehr oder weniger stark beeinträchtige Moore sind selten zu finden. Begründet ist dies durch die Umwandlung der Moore in land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen und dem Torfabbau zur Gewinnung von Gartenerde und Brennmaterial. Eben dieses Schicksal wiederfuhr in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts auch dem Moorgebiet Rote Auen im nordöstlichen Mühlviertel. Der größte Teil des einstigen Moorkiefernhochmoores und der Flächen wurden gerodet, durch das Anlegen von Gräben wurde das Gebiet entwässert und anschließend mit Fichten aufgeforstet. Zirka drei Hektar der einst weit ausgedehnten Moorlandschaft blieben erhalten. Hier stockt zum größten Teil ein Moorrand-Rotföhrenwald, eine Pflanzengesellschaft, die typisch für den Randbereich von Hochmooren ist. Nur eine sehr kleinflächige, stark vernässte Fläche ist waldfrei. Die Sanierung des Wasserhaushaltes dieses über Jahrzehnte geschädigten Ökosystems ist nur der erste Schritt. Bis hier wieder ein intaktes Hochmoor zu finden ist, wird viel Zeit vergehen.

Schutz und Management

Um die ursprünglichen hydrologischen Gegebenheiten wiederherzustellen, wurden nach umfangreichen Voruntersuchungen in den Jahren 2004 und 2005 an den Entwässerungsgräben Grabensperren errichtet und die Drainagegräben zum Teil verfüllt. Dadurch wurde der Wasserstand im Moor erhöht, wodurch die Moorvegetation sich wieder ausbreiten kann. Schrittweise wurden die Fichtenforste in diesem Gebiet gerodet, die letzten Bestände sollen heuer entfernt werden. Des Weiteren wurden Gräben mit einem Bagger verfüllt.

Schutzgüter

Durch die extremen Lebensbedingungen in einem Moor findet man in diesem Lebensraum viele Spezialisten des Pflanzen- und Tierreichs, die erst durch zahlreiche Anpassungen hier überleben können. In den Roten Auen ist die in Oberösterreich gefährdete Kreuzotter (Vipera berus) heimisch, die feuchte Lebensräume mit starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht bevorzugt. Bereits kurz nach der Sanierung konnten seltene Moorlibellen wie Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum), Kleine Moosjungfer (Leucorhinia dubia) und Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) beobachtet werden. Die Pflanzenwelt beherbergt Arten wie das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), mit seinem charakteristischen weißen Wollschopf, und die stark gefährdete Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Auch findet man die seltene Drachenwurz (Calla palustris) und die Moor-Spirke (Pinus × rotundata). Eine besondere Faszination birgt ein weiterer Vertreter der Pflanzenwelt der Roten Auen: der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Er hat die Fähigkeit, mit Hilfe eines klebrigen und duftenden Sekrets seiner Stieldrüsen kleine Insekten anzulocken, zu fangen und anschließend zu verdauen. Solch hochspezialisierte Pflanzen werden als Insektivore oder umgangssprachlich als „fleischfressende Pflanzen“ bezeichnet. Dies stellt eine Anpassung an die nährstoffarmen Verhältnisse ihres Lebensraumes dar.

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