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Pfuda West

Sümpfe, kleine Wasserflächen und beinahe undurchdringliche Schilfbestände prägen diesen Feuchtwiesenkomplex.

Entwicklungsziel

Auf diesen Flächen steht die Erhaltung und Entwicklung eines Feuchtwiesenkomplexes mit unterschiedlicher Bewirtschaftung einschließlich Brachen und Schilfbeständen im Vordergrund. Dadurch dienen die Pfudawiesen einer Vielzahl bedrohter Arten nasser Standorte als Lebensraum.

Kurzbeschreibung der Fläche

Innviertel, Bezirk Schärding, Gemeinde Sigharting, 4,3 ha, Eigentum des Naturschutzbundes und der Stiftung für Natur, betreut seit 2003 bzw. 2007 und 2009

Rechtsufrig der Pfuda befindet sich unweit Sigharting ein größeres Feuchtwiesengebiet. Hier wurden in mehreren Etappen sechs Grundtücke vom Naturschutzbund angekauft. Neben Schilfflächen sind hier vorwiegend hochwüchsige Seggenwiesen und Seggensümpfe vorhanden. Entlang des Pfudabaches wachsen einige Laubgehölze und dazwischen bzw. daran angrenzend befinden sich nährstoffreiche Hochstaudenfluren, in denen die Große Brennnessel (Urtica dioica) ausgedehnte Bestände bildet. Die Wiesen sind von Gräben, die an manchen Stellen aufgeweitet sind und dadurch offene Wasserflächen aufweisen, durchzogen. In den nässesten Bereichen steht nach Überschwemmungen oder nach stärkeren Regenfällen lange das Wasser.

Schutz und Management

Die Feuchtwiesen werden derzeit zweimal jährlich gemäht und das Mähgut von der Fläche entfernt. Kleinere Seggenbestände (Carex spp.) stehen derzeit wie auch ein Großteil der Schilfbestände außer Nutzung. Da das Schilf (Phragmites australis) in Ausbreitung begriffen ist und die Seggenbestände zurückdrängt, ist eine Mahd der angrenzenden Wiesen notwendig, um das Schilf am Vordringen zu hindern. Dadurch wird eine größere Lebensraumvielfalt erhalten. Die niedrige Vegetation nach der Mahd kommt beispielsweise der Sumpfschrecke (Stethopyhma grossum) und der Bekassine zugute. Um den Lebensraum für Arten offener Gewässer bzw. von stark vernässten Standorten zu verbessern, wurden einige Gräben stellenweise aufgeweitet und Flachwasserbereiche angelegt.

Schutzgüter

Eine in den Pfudawiesen relativ häufige, ansonsten aber seltene Art ist die Sumpfschrecke (Stethophyma grossum), ein Bewohner vorwiegend größerer Feuchtgebiete. Auf Helmkraut (Scutellaria spp.) ist, wie bereits der deutsche Name vermuten lässt, der Helmkraut-Blattkäfer (Phyllobrotica quadrimaculata) spezialisiert. Laut Roter Liste gilt diese Art in Oberösterreich als ausgestorben oder verschollen. 2010 konnte diese hübsche Art in den Pfudawiesen nachgewiesen werden. Durch vermehrte Flachwasserbereiche und die Bereitstellung Flächen mit kurzer Vegetation durch regelmäßige Mahd soll die hier immer wieder zu beobachtende Bekassine (Gallinago gallinago) gefördert werden. Es wird angestrebt, dass diese seltene Vogelart ein regelmäßiger Brutvogel in den Pfudawiesen werden soll. Flachgewässer, die auch austrocknen können, dienen auch der seltenen Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) als Entwicklungsort für die Larven. Unter den Pflanzen ist vor allem der Nickende Zweizahn (Bidens cernua), der an nassen Stellen am Rande von Gräben vorkommt, besonders schützenswert.

News

Eine feuchte Angelegenheit im Naturschutz