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Pfefferleiten

Eine Magerwiese in Molln wird aus dem Dornröschenschlaf erweckt.

Entwicklungsziel

Ziel der Managementmaßnahmen ist die Entwicklung eines Teils der Fläche hin zu einer artenreichen Mähwiese sowie der übrige Bereich zu einem lichten, totholzreichen Waldbestand.

Kurzbeschreibung der Fläche

Traunviertel, Bezirk Kirchdorf, Gemeinde Molln, 7 ha, Eigentum der Stiftung für Natur, betreut seit 2013

Dieser südexponierte Hang in Innerbreitenau im Gemeindegebiet von Molln ist Teil des Naturschutzgebiets Jaidhaus. Im unteren, flachen Bereich der Parzelle befindet sich ein tiefgründigerer, besser wasserversorgter Standort, der überwiegend mit Fichten bestockt war. Im mittleren und unteren Hangbereich ist es ebenfalls eher trocken, als vorherrschende Baumarten zum Zeitpunkt des Ankaufs sind die Fichte (Picea abies) und die Rot-Buche (Fagus sylvatica) zu nennen, aber auch die Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana) ist stellenweise sehr häufig. Der sehr lichte Wald hat eine geschätzte Überschirmung von max. 60 %. Als Unterwuchs findet man am häufigsten das Pfeifengras. Auch sonnenexponiertes Totholz ist vorhanden. Der obere Bereich des Areals ist trocken und nährstoffarm. Hier stockte zum Zeitpunkt des Ankaufs ein sehr lichter Waldbestand mit der Rot-Buche (Fagus sylvatica) als häufigster Baumart. Zusätzlich sind hier baumfreie Wiesenflächen vorhanden.

Schutz und Management

Früher ist die gesamte Parzelle, also auch der lichte Waldbestand, als Streuwiese genutzt worden. In den letzten Jahrzehnten wurde die Fläche nicht mehr bewirtschaftet. Die Fichten im unteren, nur schwach geneigten Teil der Fläche haben sich durch Naturverjüngung angesiedelt. 2015 wurden die Gehölze hier geschwendet. Dieser Bereich wird jetzt jährlich gemäht, damit sich eine artenreiche Wiese etablieren kann. Der größere Waldbestand im unteren Teil des steilen Hanges wurde durch die Entnahme standortfremder Fichten in einen naturnahen, lichten Buchenwald umgewandelt. Später ist auch auf Teilflächen die Wiedereinführung einer Streunutzung im Wald anzustreben. Durch diese Maßnahmen soll sich der monotone Pfeifengrasbestand zu einer artenreichen Wiese entwickeln. Im obersten Teil der Fläche, wo noch Magerwiesenreste mit seltenen Wiesenarten vorhanden sind, erfolgte eine Wiederaufnahme der Mahd. Auch hier soll das stellenweise sehr häufige Pfeifengras zurückgedrängt werden. Am unteren Rand des Grundstücks wurde 2017 ein größerer Teich für Amphibien angelegt.

Schutzgüter

Schützenswert ist vor allem der Lebensraum Magerwiese mit seinen kleinräumig wechselnden Standortbedingungen sowie die daran angepasste Pflanzen- und Tierwelt. Neben verschiedenen Orchideenarten sind vor allem eine Reihe von in Oberösterreich äußerst seltenen Insektenarten hier nachgewiesen. Darunter befindet sich die Schildwanze Eurygaster fokkeri, die weltweit nur in den Nordostalpen vorkommt. Selten ist auch die attraktiv gefärbte Schencks Sandbiene (Andrena schencki). Ebenfalls hier nachgewiesen ist der Gelbringfalter (Lopinga achine). Durch die lichte Waldstruktur sind die abgestorbenen Baumstämme für seltene Käferarten besonders attraktiv. Darunter befinden sich der Schienenkäfer Nematodes filum, verschiedene Schwarzkäfer, Bockkäfer und andere.

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