LOADING...
/ zurück

Biberdamm illegal entfernt

Beim Klambach bei Saxen wurde ein Biberdamm anscheinend ohne Bewilligung entfernt.

Dabei hat die Stiftung für Natur des Naturschutzbundes Oberösterreich diese Fläche für den Biber gepachtet, damit dieser dort ungestört seine Dämme und Burgen bauen und den Wald als Lebensraum nutzen kann. Der Biber ist in Oberösterreich sowohl nach der oberösterreichischen Rechtslage als auch nach der FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Richtlinie der EU geschützt. Für den Biber bedeutet dies, dass er nicht absichtlich gestört, gefangen oder getötet werden darf. Auch sein Lebensraum mit seinen Lebensgrundlagen ist zu schützen, das heißt, seine Burgen oder sonstigen Bauwerke wie Dämme dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Ausnahmeregelungen davon gibt es aber beispielsweise bei einer Bedrohung der öffentlichen Sicherheit, was beim Klambach nicht gegeben ist. Eine Anzeige wurde mittlerweise erstattet.
„Wir finden es äußerst bedauernswert, dass nicht einmal der Kontakt mit uns oder der Behörde gesucht wurde, wenn es Probleme gibt, um eine für alle Beteiligten gangbare Lösung zu finden“, ist David Priller, Geschäftsführer der Stiftung für Natur, sauer: „Wir werden künftig in diesem Gebiet mit Sicherheit wachsamer sein und bitten die Bevölkerung, derartige Vorfälle sofort zu dokumentieren und zu melden."

Der Biber gestaltet durch seine Bau-, Nage- und Grabeaktivitäten – wie keine andere Tierart – seinen Lebensraum, oft zum Ärger der Grundbesitzer. Dadurch fördert der Biber als „Öko-Ingenieur“ aber die Artenvielfalt, wie viele Studien belegen. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden durch den großen Nager einen geeigneten Lebensraum.
Durch seine Bautätigkeit hält der Biber das Wasser in der Landschaft und kann dadurch Hochwasserereignisse mildern. In Zeiten der Klimaveränderung mit einer Zunahme von extremer Trockenheit einerseits und extremen Niederschlagsereignissen andererseits profitiert auch der Mensch davon. Zudem sind Biberlebensräume CO2-Senken: Auf durch Biber aufgestauten Flächen wird ein Vielfaches an Kohlendioxid gebunden.
Wo man ihm Raum lässt, arbeitet der Biber „Pfote in Hand“ mit der Wasserwirtschaft bei der dringend notwendigen Renaturierung unserer Fließwässer – und das kostenlos. Bei einer Renaturierung eines Fließgewässers durch den Menschen muss man hingegen mit mehreren Hunderttausenden Euro, manchmal sogar bis zu einer 1 Million Euro an Kosten pro Flusskilometer rechnen.

Es gibt von der Abteilung Naturschutz, Land Oberösterreich ein sehr gutes Biber-Management: Grundbesitzer können sich in Konfliktsituationen beraten lassen. In vielen Fällen können dadurch Lösungen getroffen, mit welchen sowohl der Grundbesitzer als auch der Biber gut leben können (z.B. Einzelstammschutz von Werthölzern usw.)
Es gibt auch eine Biber-Flächen-Prämie: Für die Biberprämie gibt es zwei Bemessungsgrundlagen: Stufe 1 betrifft alle Flächen mit Bibervorkommen, auf denen eine Nutzung grundsätzlich weiterhin möglich ist. Die Prämie beträgt in diesem Fall unabhängig von der Höhe etwaiger Schäden € 100/ha/Jahr. Stufe 2 betrifft Flächen mit Bibervorkommen, auf denen eine weitere Bewirtschaftung faktisch nicht mehr möglich ist (Überflutung). Die Prämie beträgt in diesem Fall € 300/ha /Jahr.
Infos dazu: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/129257.htm